Du betrachtest gerade Von Banja Luka bis Mostar: ein langer Tag mit Wasserfällen, Steigungen und Pizza

Von Banja Luka bis Mostar: ein langer Tag mit Wasserfällen, Steigungen und Pizza

Ich bin um 3:45 Uhr aufgestanden, habe mich fertig gemacht und noch schnell Müsli, ein Schoko-Croissant und eine Banane gegessen. Um 4:20 Uhr war ich aus der Wohnung raus, und um 4:30 Uhr ging es los.  Die neutralisierte Anfahrt  zum Start außerhalb der Stadt verlief erstmal relativ zügig — im Feld ging es ordentlich voran.

Beim eigentlichen Start war ich als Elfter in der Rennkategorie unterwegs. Noch war es recht frisch, deshalb war die reflektierende Weste nicht nur für die Sichtbarkeit gut, sondern auch ein bisschen zum Wärmen.

Höhenprofil Start bis CP1

Die ersten 36 Kilometer verliefen auf größeren Straßen, bevor es rechts in den Nationalpark ging. Dort lag nach 55 Kilometern und 930 Höhenmetern der erste Kontrollpunkt. Bis dahin bin ich sehr moderat gefahren — nicht weil ich schon am Limit war, sondern eher, weil die Motivation an so einem frühen Morgen traditionell noch im Bett geblieben ist.

CP1

Von CP1 zum zweiten Kontrollpunkt ging es dann auf kleinen Straßen mit  Auf und Ab weiter. Dabei bin ich auch am Wasserfall vorbeigekommen, zu dem wir am Freitag beim Warm-up gefahren waren.

Höhenprofil CP1 bis CP2

Ab da ging es 44 Kilometer lang auf derselben Straße durch ein sehr schönes Tal. Landschaftlich war das wirklich top, aber 44 Kilometer auf exakt derselben Straße sind trotzdem eher eine mentale Disziplin als ein landschaftliches Vergnügen.

Gegen 12:15 Uhr erreichte ich nach 179 Kilometern und weiteren 1410 Höhenmetern den zweiten Kontrollpunkt. Dort konnte ich meine Trinkflaschen auffüllen und in einem nahegelegenen Supermarkt Proviant besorgen.

Zum Mittag gab es für mich zwei Stück Pizza und ein Joghurt, die ich dann direkt unweit des Supermarktes an einem  Fluss gegessen habe. Danach ging es weiter. Nur ein paar Kilometer später kam ich an mehreren Wasserfällen und Wassersport Möglichkeiten vorbei — also wieder ordentlich Postkartenmaterial, während die Beine schon eher auf „bitte nicht noch mehr Höhenmeter“ standen.

Höhenprofil CP2 bis CP3

CP3 erreichte ich am Nachmittag nach weiteren 67,1 km und 1150 Höhenmetern. Dort gab es etwas Verpflegung, ich konnte die Flaschen wieder füllen und bin so schnell wie möglich weitergefahren, weil ich Mostar, den vierten Kontrollpunkt, nicht zu spät erreichen wollte. Bis dahin hatten sich auf dem Weg noch einige Steigungen gesammelt. Auf breiten Straßen ging es stellenweise mit 10 Prozent hoch, auf schmaleren Straßen ebenfalls. Insgesamt war wenig Verkehr, und immerhin waren auch keine Hunde unterwegs, was ich sehr zu schätzen wusste.

Höhenprofil CP3 bis CP4

Als ich nach insgesamt 366 km und 4800 Höhenmetern in Mostar ankam, war ich schon ziemlich kaputt und es war bereits dunkel. Ich habe deshalb ein bisschen rausgenommen, mir den Stempel auf der Karte geholt und eingecheckt. Danach bin ich noch kurz für ein Foto zur alten Brücke von Mostar gelaufen. Im Supermarkt habe ich anschließend noch Essen für den Abend, den nächsten Morgen und die ersten Kilometer des folgenden Tages gekauft — also genau die Art von Abendprogramm, die nach so einem Tag perfekt passt.

Schreibe einen Kommentar