Wer 300 km am Tag radelt, denkt nicht nur ans Ziel – sondern irgendwann nur noch ans Essen. Willkommen im kulinarischen Hochleistungssport!
Supported vs. Non-Supported – Der Unterschied ist wie Buffet vs. Picknick
Beim supported Ultracycling wartet hinter jeder Kurve das Begleitfahrzeug mit kühlen Getränken, warmen Mahlzeiten und einer Schulter zum Anlehnen. Du bist quasi ein rollender König.
Non-supported heißt dagegen: Du bist dein eigener Caterer. Kein Support-Car, kein Thermobecher – nur du, dein Rad, dein Magen und das, was Tankstellen hergeben.

Kalorienbilanz auf zwei Rädern
Ein Radfahrer, der 300 km am Tag zurücklegt, verbrennt etwa 7.000 bis 9.000 Kalorien – abhängig von Terrain, Tempo und Gegenwind, der manchmal wirkt wie ein wütender Gott.
Wie viel kann man überhaupt essen?
- Trainierte Fahrer:innen schaffen es, bis zu 400–600 kcal pro Stunde aufzunehmen, wenn sie es üben und ihre Verdauung mitspielt. Das wären bei 12 Stunden Fahrzeit bis zu 7.200 kcal – Jackpot!
- Untrainierte Magenbesitzer:innen hingegen landen oft bei etwa 200–300 kcal/h, bevor das System rebelliert.
Die Lücke zwischen Verbrauch und Aufnahme nennt man im Radsport liebevoll: Hungerast deluxe.
Kalorien sind nicht gleich Kalorien
Ein Croissant hat Kalorien. Ein Apfel auch. Aber nach 200 km schreit dein Körper eher nach:
- Energie, die schnell verfügbar ist: Zucker, Maltodextrin, Weißbrot.
- Fett, wenn’s richtig lang wird: Nüsse, Käse, Avocado (wenn du’s unterwegs findest).
- Eiweiß, um die Muskeln zu beruhigen: Milchprodukte, Eier, Proteinriegel (besser nicht alles zusammen).
Was du nicht brauchst: fünf rohe Zwiebeln, frittiertes Käsebrot mit Mayo oder ein 1-Liter-Energy-Drink in einem Zug. (Schon probiert. Nicht wieder.)
Einkaufstipps für hungrige Kilometerfresser
Hier eine Liste, wie und wo du unterwegs an Futter kommst – je nach Land, Region und Uhrzeit:
| Ort/Zeit | Idee | Bonusfaktor |
|---|---|---|
| Früh morgens (5–7 Uhr) | Bäckereien | Croissants, süßes Gebäck – Jackpot! |
| Supermarkt (ab 8 Uhr) | Lidl, Carrefour, Coop, Spar etc. | Banane, Joghurt, Sandwich – günstig und gut |
| Tankstellen | Immer offen, überall | Kaffee, Schokoriegel, Sandwich – Plan B |
| Dörfer in Süd-Ost Europa | Kleine Tante-Emma-Läden | Frisch, lokal, oft herzlich |
| Alpenpässe | Berghütten, Kioske | Kaiserschmarrn, Suppe – Soulfood! |
| Späte Stunde (nach 22 Uhr) | Dönerbuden, Automaten, Hotel-Lobbys | Warmes Essen, Wasser auffüllen |
| Notfalllösung | Friedhofs-Wasserhahn + Müsliriegel | Klingt makaber, rettet Leben |
Fazit
Wer non-supported fährt, isst mit der Landkarte. Ernährung ist Strategie, nicht Glück. Und sie entscheidet, ob du bei km 250 noch lachst – oder auf dem Bordstein nachdenkst, ob ein leerer Colabecher essbar ist.
Für den Ernstfall habe ich immer eine Tüte Vampire oder Gummibärchen im Gepäck. Unzugänglich verstaut, damit es nicht aus Versehen einfach so unterwegs genascht wird.
Bleib hungrig, aber clever – und vergiss nicht, zwischendurch an die Kinder in Malabon zu denken. Jeder Kilometer zählt doppelt, wenn er Gutes tut!
PS: Hast du deinen Lieblings-Snack auf Tour? Schreib mir – ich probier (fast) alles mal aus. 😄
Euer Bert
