Die letzten Wochen vor einem Ultracycling-Rennen sind immer eine besondere Phase. Die Vorbereitung läuft bereits seit Dezember 2025, und inzwischen wird spürbar: Das B-HARD Ultra Race 2026 rückt immer näher.


Der Winter bestand größtenteils aus vielen Stunden auf dem Smarttrainer. Natürlich spielte das Wetter dabei eine Rolle, aber vor allem auch der Faktor Zeit. Lange Trainingseinheiten draußen waren im Alltag oft schlicht nicht möglich. Also hieß es: Kilometer sammeln im „Sportraum“, Intervalle fahren, Grundlagen trainieren und die Motivation auch an dunklen Winterabenden hochhalten.
Auf ein Trainingslager im Frühjahr musste ich dieses Jahr leider verzichten. Umso wichtiger war es, die vorhandene Zeit möglichst effizient zu nutzen. Glücklicherweise bin ich bislang relativ gesund durch die Vorbereitung gekommen. Längere Trainingspausen gab es in diesem Jahr noch keine – etwas, das im Ausdauersport alles andere als selbstverständlich ist.


Ein erster größerer Test mit neuem Rad und neuer Ausrüstung fand bereits im März statt. Am Ende standen knapp 370 Kilometer auf dem Tacho. Zwar werde ich weder dieses neue Rad noch die getestete Ausrüstung tatsächlich in Bosnien einsetzen, aber diese lange Fahrt hat mir viel Selbstvertrauen gegeben. Vor allem das Gefühl, körperlich und mental auf einem guten Weg zu sein.
Für Bosnien wird es deshalb beim bewährten Setup bleiben: meinem Canyon Grizl, einem frisch gewarteten SON-Nabendynamo im Vorderrad und vermutlich einem etwas abgespeckten Taschensetup – wobei das natürlich auch stark vom Wetter abhängen wird. Außerdem werde ich diesmal nicht tubeless fahren, sondern erstmals auf TPU-Schläuche setzen. Zumindest ist das aktuell der Plan. Wie es am Ende wirklich aussieht, entscheidet sich wie so oft erst kurz vor dem Start.
Jetzt laufen die letzten gut vier Wochen der Vorbereitung. Natürlich nicht ganz ohne kleine Rückschläge: Ausgerechnet jetzt macht mein Knie etwas Probleme, nachdem ich es ziemlich unglücklich verdreht habe. Nichts Dramatisches – aber genau die Art von Wehwehchen, die man in dieser Phase eigentlich nicht gebrauchen kann.


Auch das Wetter dürfte langsam etwas sommerlicher werden. Die Eisheiligen machen ihrem Namen dieses Jahr jedenfalls alle Ehre. Trotzdem steigt die Vorfreude jeden Tag ein Stück mehr. Die Flüge sind gebucht. Es geht zunächst nach Zagreb und von dort entweder direkt mit dem Fahrrad weiter nach Banja Luka – etwa 180 Kilometer – oder doch etwas entspannter mit dem Bus. Diese Diskussion führe ich aktuell noch mit mir selbst.
Mehr Informationen zur Strecke und den Kontrollpunkten gibt es in den kommenden Wochen. Das offizielle Roadbook des Veranstalters wurde bislang noch nicht veröffentlicht.
Langsam wird aus der langen Vorbereitung Realität.
Es wird ernst.
